pöpp68

pöpp68-das ist die Kombination der Anfangsbuchstaben aus den Begriffen privat,öffentlich,persönlich,politisch.
Doch was genau bedeutet dies? Was ist Gegenstand, Intention, Ausgangspunkt? Und vor allem: Was können wir daraus gewinnen?

„Das Persönliche ist politisch!“ Mit diesem Satz wurde in den 68ern in der feministischen Bewegung die Trennung von Privatem und Öffentlichem in Frage gestellt und gefordert, das Persönliche auf die politische Tagesordnung zu setzen und in seiner gesellschaftlichen Dimension zu begreifen.

pöpp68 thematisierte und erprobte in sechs kollaborativen Projekten, einer Tagung und einer Ausstellung Arbeitsformen künstlerischer Beteiligung. Die Intention war dabei, den Begriff der Partizipation , der seit den 60er Jahren sowohl im künstlerischen als auch im politischen Themengebiet heiß umkämpft ist, zu umfassen, zu diskutieren und zu untersuchen.
2008 schließt pöpp68 an die Tagung „Inventing the Wheel“ , der Abschluss der NBGK-Retrosspektive Loraine Leesons, an, die als Generationendialog angelegt wurde und zu einem spannenden Erfahrungsautausch über Politik, Ökonomie und der Frage nach der Chance der Einmischung von künstlerischen Projekten in gesellschaftliche Prozesse führte.

Wie beteiligt wer wen woran? Wie lassen sich kollektive Einigungsprozesse „zubereiten“? Wie lassen sich Machtverhältnisse, wie die Rollenverteilung zwischen Künstler_in und Beteiligten aufzeigen? Welche Arten von Wissen sind notwendig, um gemeinschaftlich inhaltliche und ästhetische Entscheidungen zu treffen? Wie lässt sich Dissens aushalten?

So formulierten die „Entwickler“ der pöpp68 die konkreten Fragestellungen im Hinblick auf die Frage nach der Rolle und Chancen von künstlerischen Projekten, sich in gesellschaftliche Prozesse einzumischen. Kurz: Wie sehen Partizipationschancen aus?
Die „Entwickler“ vereinen sich unter der AG pöpp68, Künstler_innen, die in den 1960er geboren wurden und Künstler_innen und Theoretiker_innen, die um 1968 aktiv waren, einluden, um gemeinsam in Projekten zusammenzuarbeiten. Dabei wurden zwei Arten der Zusammenarbeit realisiert: die kollaborative-das Zusammenarbeiten mit Kooperationspartner_innen- und die partizipative- der Einbezug weiterer Personen in die Projekte.
Die Publikation dokumentiert und kontextualisiert das Gesamtprojekt und wird einer unserer Leitfäden für vertiefende Recherchen, Untersuchungen und Diskussionen sein.